Reisefinder

 
 
Kalender öffnen
 
 
 
   
Große Moschee in Abu Dhabi

begleitete Busrundreise Emirate - 10 Tage

Die Emirate muss man erlebt haben. Einzigartige Shopping-Malls, atemberaubende Bauwerke und nach Gewürzen duftende Gassen verzaubern durch eine ...
ab 1895 €
 
   
Wassertaxi "Abra" über den Creek

Top-Angebot! TUI Cruises Orient-Kreuzfahrt inkl. Flug - 8 Tage

Lernen Sie Tradition und Moderne, große Städte und grüne Oasen, endlose Wüsten und felsige Berge kennen. Entdecken & Erleben aber auch ...
ab 1385 €
 


Emirates Palace******

Luxus pur: Hotel Emirates Palace******

In seinen Besuchen konnte der Reisejournalist Stan Schneider das Luxushotel in Abu Dhabi besuchen. Aus diesen Erlebnissen gibt er einige Hintergrundinformationen.

Ein steinernes Zelt

Jedes Jahr seit Gründung ihres Zusammenschlusses 1971 treffen sich die sieben Emire der Vereinigte Arabischen Emirate. Sie folgen damit einer Jahrhunderte alten Tradition. Bereits den mittelalterlichen Beduinenfürsten hatte Mohammed auferlegt, sich vor jeder großen Entscheidung zu beratschlagen. In dieser Zusammenkunft (der Schura) hatte jeder Stammesangehörige das Recht, seine Angelegenheit persönlich vorzubringen und der "Diwan", also die Amtsträger, mußten detailliert Auskunft geben, was sie aktuell besitzen und wofür sie das Gemeinschaftsvermögen verwendet haben. Für diese Treffen wurde traditionell ein Zelt aus den Zeltbahnen aller beteiligten Stämme gebaut. Als nach den Ölfunden der 50er Jahre in der Region die britischen Besatzer moderne Staatsgebilde formten (die trucial states) war die Zeltromantik schnell überholt. Aber es sollte noch 30 Jahre dauern, bis der Staatsgründer Scheich Zayid bin Sultan Al Nahyan von Abu Dhabi zum Jubiläum einen Palast vorschlug. Er sollte nicht so "steril" sein wie der damals gerade eingeweihte Glas-und-Stahl-Sitzungstempel der EU in Straßburg und sollte nicht viel mehr kosten. So war die Bausumme für das "steinerne Zelt" als arabischer Regierungstreffpunkt in Abu Dhabi auf 2 Milliarden Euro veranschlagt. 

Palast für sieben Wüstenfürsten 

Marmor in allen Farben des Wüstensandes, Säulen, die sich wie Palmen weit in die Höhe strecken und ein Ball- und Sitzungs-Saal für knapp 3.000 Teilnehmer. Innen sollten die Regeln für den "Madschlis" (der Raum der Zusammenkünfte) eingehalten werden. Jeder Emir sollte eine gleich große Suite erhalten, von allen Wohnräumen sollten die Wege gleich weit sein und der Komfort sollte so hervorragend sein, daß alle Beteiligten gerne zu den langen Sitzungsperioden erscheinen würden. Im achten Stockwerk des Gebäudes entstanden die "Ruler Suiten" jeweils mit eigenen Küchen, einer Deckenhöhe von 6 Metern und eigenen Liften, damit verborgen bleibt, wer wen besucht. Aus Sicherheitsgründen wurden dann noch für Wagenkolonnen ein eigene breite Auffahrt geschaffen, deren 40 Meter hoher Torbogen zu einem weiteren Wahrzeichen werden sollte. Für alle Details interessierte sich der Bauherr Scheich Zayid persönlich. Die von ihm gewünschten 155 Kuppeln sollten den Charakter einer "Zeltstadt" betonen und die Hauptkuppel sollte mit einem Durchmesser von 42 Metern nicht mächtiger sein, als mit traditionellen Holz- und Stoff-Bauformen erreichbar. Die Fertigstellung dieses Palastes erlebte der 2004 verstorbene Präsident jedoch nicht mehr. Sein Vermächtnis an die Nachfolger war es, das Gebäude "für die Welt" zu öffnen. 

Vom Palast zum 6-Sterne-Hotel 

In einem geschickten Schachzug verband die Herrscherfamilie Al Nahyan die Notwendigkeit, jederzeit die "Ruler Suiten" bezugsbereit zu halten - wozu dann auch täglich frische Blumen gehören - mit dem wenn auch etwas kostspieligen Vergnügen für nicht-offizielle Gäste, ebenfalls einmal wie ein Emir zu wohnen. Aus dem Palast wurde unter der Leitung der Kempinski-Gruppe ein Luxushotel. 

Auf 714 Meter Länge und einer Fläche von 243.000 qm sind jetzt  knapp 400 Zimmer, darunter 92 Suiten buchbar. Seit 2008 unter der Leitung des gebürtigen Kölners Hans W. Olberts, gilt es im Hotel als selbstverständlich, für jedes der 55 qm großen Zimmer einen Butler bereitzustellen. Unter den ca. 1.500 Angestellten sind auch viele Deutsche neben gut 50 weiteren Nationen. So ist für das Weltklassehotel sicher gestellt, daß Gäste möglichst in Ihrer Muttersprache begrüßt werden. Den internationalen Flair betonen dann noch 17 Luxus-Geschäfte, die vom Mehrkaräter bis zur tausendjährigen Antiquität besondere "Mitbringsel" bereit halten. Kostenlos für die Hotelgäste ist dann der 1 qkm große Park mit abwechslungsreichen Gärten und ein 1.400 Meter langer Privatstrand. Wer sich samt Handtuch und Strandlektüre nicht auf eigene Sandalenfüßen an das andere Ende bewegen möchte, ruft einfach eines der Elektrowägelchen. Jet-Set-Feeling für Pauschaltouristen. In den Hotelführern endet die Sterne-Skala eigentlich bei fünf, wegen des so exzellenten und exquisiten Services hat sich das Emirates Palace aber längst den sechsten Stern dazu verdient. Neben dem segelförmigen Burj al Arab und dem mystisches Atlantis-Hotel auf der künstlichen Palmeninsel wird das Emirates Palace aber trotz alleine 18 neuer Hotels in 2010 mit rund 4.000 zusätzlichen Zimmern lange zur Spitzengruppe gehören. 

Bewohnbarer Wunderbau 

Das Luxushotel reiht sich mühelos in die Phalanx der Sehenswürdigkeiten in den Emiraten ein. Als wollten sie mit ihren alle architektonischen Maßstäbe ausdehnenden Mega-Rekordbauten die Überlegenheit des Orients demonstrieren, findet sich mit dem 828 Meter hohen Burj Khalifa in Dubai seit Januar 2010 das höchste Gebäude der Welt, natürlich mit der welthöchsten Wasserfontäne, die allabendlich zur Musik bis auf 150 Meter hoch tanzt. Abu Dhabi stellt mit dem "Capital Gate Tower" das schrägste Gebäude vor, das mit seiner Neigung von 18 Grad den Schiefen Turm von Pisa um das Vierfache übertrifft. Zwischen den gigantische Einkaufs-Malls mit bis zu 1.200 Geschäften kutschiert weltweit unübertroffen die "führerlose", ferngesteuerte Metro. All dies Touristenattraktion lassen vergessen, daß gerade mal zwei Generationen zurück die Emiratis als geschichtslose ungebildete Kameltreiber von den westlichen Ölbaronen verlacht worden. Inzwischen regieren in den meisten Weltkonzernen die Enkel der Kameltreiber an entscheidender Stelle mit. Und wer sich im Emirates Palace einmietet, wird vielleicht ohne es zu merken in der schönen Hotellobby zu Harfen- und Klaviermusik direkt neben einem arabischen Prinzen seinen Jasmintee trinken.