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Reiseblog CruiseTipps

Epic

18. - 22. Mai 2011

Reisebericht von Sabine Brinkmann

NCL Epic - ein absolutes “american feeling”

Im Mai 2011 habe ich mit zwei Freundinnen auf einer 5-Tage-Reise ab Barcelona mit den Häfen Marseille und Palma de Mallorca  das neueste Kreuzfahrtschiff der Norwegian Cruise Line (NCL) - die in 2010 getaufte "EPIC" - erkundet.

 

Mittwoch, 18.05.2011

Kletterwand
Band auf dem Pooldeck
Waschbecken in der Kabine

Schlangestehen unvermeidlich

Die Einschiffung in Barcelona war der Anzahl der Gäste entsprechend schleppend. Ca. 4.000 Menschen wollen erst einmal registriert und fotografiert werden. Nach ca. 1,5 Std. Schlangestehen halten wir unsere Bordkarten in der Hand und gehen erwartungsvoll an Bord. 

Schiffsspaziergang - Orientierung über 19 Decks

Hier mussten wir uns erst einmal orientieren. Und auch mir – nach gut 25 Kreuzfahrten – waren die Touchscreen-Monitore, die als elektronische Übersicht zwischen den Aufzügen angebracht sind, eine tolle Hilfe. Für die gesamte Menüführung ist im übrigen auch die Sprache  "Deutsch" wählbar. 
So waren wir schnell in unserer Kabine angelangt. 

Kabine für Wasch-Ticks?

Die Aufteilung der Kabine verwirrt zumindest die ersten Tage manchen Urlauber: Das WC ist separat abgeteilt und auch die Dusche ist abgetrennt, wohingegen das Waschbecken direkt in der Kabine untergebracht ist. Für alle, die gern morgens oder abends im Bett liegend eine Sendung oder das Bordprogramm im TV ansehen, ist dies ein etwas gewöhnungsbedürftiges “Begleitprogramm”. 
Apropos Programm: die tägliche Bordzeitung lag schon gleich in unserer Kabine als deutsche Ausgabe bereit.

Auf zum 24-Stunden Grill

Hungrig von der Anreise war unser nächstes Ziel das Pooldeck mit dem Außengrill. Rund um die Uhr kann hier der kleine und große Hunger gestillt werden. Auch die Büfett-Auslagen im „Garden Café“ waren gut gefüllt. Satt ging es dann aufs Inspektionstour.

Möglichst viel, möglichst bunt 

Unser erster Eindruck: internationales Publikum, alles auf Unterhaltung getrimmt, typisch amerikanisch mit Musikkulisse. Ob dies die Urlaubsstimmung hebt oder eher stört, hängt von den eigenen Vorlieben ab. Spaß haben - auch da kommt's ganz darauf an, was man/frau mag. Vielzähliges Unterhaltungs- und Sportprogramm, außergewöhnliche Poollandschaft mit 3 verschiedenen Rutschen, Kletterwand, Bowlingbahn, um nur einiges zu nennen. Stil heiß hier "Viel". Das ist der Unterschied zu den deutschen AIDA-Clubschiffen, bei denen die Animation nicht durch das ganze Schiff wogt. 

Platz Platz Platz

Für das erste Abendessen an Bord entscheiden wir uns für das „Taste Restaurant“ auf Deck 5. Auch hier ist der Info-Touchscreen hilfreich. Nicht nur, dass einem der Weg vom Standort dorthin angezeigt wird, auch die derzeitige Auslastung der Restaurants sind auf einen Blick zu sehen. Es gab aber zu keiner Mahlzeit Schwierigkeiten, einen freien Tisch zu bekommen.  

Kulinarisch - von Gourmet-Asiaten bis Hamburger to Go 

Neben den Büfett-Angeboten sind beide Hauptrestaurants und die das „O’Sheehan’s Neighborhood Bar & Grill“ mit Bedienung inklusive. Es gibt aber noch etliche mehr: insgesamt 14 - mit italienischen Spezialitäten, Live- und EventCooking, Gourmet-Menüs, Sushi, Steakhouse...  bis hin zu Pizza und Hamburger.
Herausragend ist das „Spiegel Tent“ mit Diner plus Entertainment. Hier ist, wie auch in den Spezialitäten-Restaurants, ein Aufpreis fällig. Aber bei einer längeren Kreuzfahrt wird es einem dadurch kulinarisch gewiss nicht langweilig. Die Auswahl, Qualität und Zusammenstellung der Menüs in den Restaurants ist sehr gut, auch in den inkludierten Restaurants. Menükarten gibt es in verschiedenen Sprachen, u.a. deutsch. Das Personal spricht dagegen nur selten deutsch, was aber gerade in den Restaurants auch nicht notwendig ist.

Donnerstag, 19.05.2011 - Marseille

Landgänge - selbstgemacht 

Am nächsten Morgen macht die EPIC im Hafen von Marseille fest. Die ca. 10 km zur Innenstadt fahren wir per Taxi ins Zentrum zum alten Hafen. Hier haben wir die Wahl, ob wir unsere Stadtrundfahrt per Hop-On-Hop-Off-Bus machen oder ob wir das kleine Elektro-Bähnle nutzen. Wir entscheiden uns für den Bus. Vorteil: er fährt eine längere Strecke als das Bähnle und man kann  beliebig of aus- und wieder einsteigen. Ganz nach den eigenen Interessen. Hilfreich ist dafür aber schon ein Blick in ein kurzes Stadtporträt mit den Sehenswürdigkeiten. Das gibts in der Bordzeitung oder bei den Touristinfos. 

Mit vielen Eindrücken und fast ebenso vielen Shoppingtüten kehren wir zurück aufs Schiff. Heute Abend haben wir in einer der angebotenen (kostenlosen) Shows an Bord Plätze reserviert. Ein Abende mit Shakira, Elton John und Whitney Houston - die Legends in Concert als tolle und auch stimmlich beeindruckende Doubles machen es möglich.

 

Freitag, 20.05.2011

Single-Studio
Suite
Bad einer Suite

FarOn Board - Your English is Asked

Den 3. Tag unserer Kreuzfahrt erleben wir als Seetag. Heute ist genug Zeit, das Schiff ausgiebig unter die Lupe zu nehmen. Während meine Freundinnen am Pool die Sonnenstrahlen genießen, prüfe ich wie die Schiffsangebote mit den deutschen Kundenwünschen zusammenpassen. 
Es gibt viel Programm - aber ausschließlich in englischer Sprache. Wer hier nicht wenigstens auf sein Schul-English zurückgreifen kann, der verliert wahrscheinlich schnell das Vergnügen an dem Dargestellten. Für alle anderen sind sowohl die Kochvorführung und noch viel mehr die Kunstauktion, bei der Kunstwerke für alle Geldbeutel im Angebot sind, eine tolle Abwechslung.

Mini-Single bis Mega-Suite  

Die heutige Einladung, die verschiedenen Kabinentypen zu besichtigen, findet besonders großen Anklang und so sind ganze Besucherscharen in den Fluren unterwegs. Ein besonderes Angebot und so auf keinem anderen Schiff zu finden, sind die Single-Kabinen. Ohne den sonst üblichen Einzelkabinen-Zuschlag sind diese (ausschließlich innen liegenden) Kabinen zu buchen, in einem separaten Bereich, der nur für die Gäste dieser Kabinen zugänglich ist. Mit einer eigenen Lounge, wo schnell Kontakte zu anderen Alleinreisenden geknüpft werden können. Im übrigen: allesamt mit breiten Betten - falls …
Das Highlight bei der Besichtigungsrunde war zweifelsohne der gesonderte Bereich der Suiten-Bewohner auf Deck 16 und 17. Selbstverständlich wieder mit eigener Lounge, Epic Club und Beach Club. Im privaten Courtyard mit Pool, Whirlpool, komfortablen Liegen und Sonneninseln wird das Bad in der Sonne zum besonderen Genuss.
Die Suiten selbst bieten deutlich mehr Platz in der Kabine und im Badezimmer und haben mehr Komfort wie z.B. Kaffeemaschine und Badewanne mit Ausblick direkt aufs Meer.

It´s Show Time! Supersuper

Für den Abend hatten wir die Show “Blue Man Group” ausgesucht. Ich kenne die Show aus Berlin und war gespannt, wie sich dieses Spektakel in einem Schiffstheater machen lässt. Denn es gibt reichlich verstreute Cornflakes und noch mehr verspritzte Farbe. Die Überraschung: alles genauso wild und heiter wie beim Original-Programm.

 

Samstag, 21.05.2011

Vor der Ice-Bar
In der Ice-Bar

Malle ist doch anders?!

Der letzte Ausflugstag war Palma de Mallorca. Die EPIC lag sehr günstig direkt am Kreuzfahrt-Anleger. Auch hier konnten wir wieder ein Ticket für einen City Sightseeing Bus lösen, der einen Haltepunkt direkt vor dem Schiff hatte. Wir nutzten die Ausstiegmöglichkeiten, um die beeindruckende Kathedrale und das Castell de Bellver zu besichtigen. Und natürlich haben uns die vielen Gassen zum Bummeln eingeladen und zum  Cappuccino auf einem Markt-Platz verlockt. Dabei die Kleinkünstlern auf dem Platz zu bestaunen, hat uns besonders viel Spaß gemacht. Egal, ob es die akrobatischen Dream-Boys waren oder die stillen Darstellungs-Akteure, die regungslos in einer Stellung verharren. Wirft man eine Münze in den bereitgestellten Behälter, werden sie zum Leben erweckt. Wie Marionetten  bedanken Sie sich für die Gabe und verharren dann in einer neuen Stellung. Und warten auf das nächste Scheppern in ihrer Geldbüchse.

Die echt eiskalten Drinks

Für den letzten Abend an Bord hatten wir uns noch ein Highlight aufgehoben: den Besuch der "ICE-BAR". Sonst nur in großen Städten zu finden und ein Novum auf einem Kreuzfahrtschiff. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Eingehüllt in einen warmen Umhang und Handschuhe (wird gestellt) geht es in die Kältekammer. Hier ist alles aus Eis: die Theke, die Hocker, die Gläser. Wir suchen uns einen - gut gekühlten - Wodka-Zitronen-Cocktail aus und genießen die Kälte. Die Aufenthaltsdauer wird sehr von der eigenen Körpertemperatur beeinflusst. Wer sich hier etwas länger aufhalten möchte und die beiden Drinks, die im Eintrittspreis enthalten sind, ganz in Ruhe genießen möchte, dem empfehle ich dringend, sich warme Schuhe anzuziehen. Sandalen oder Flip-Flops eignen sich nicht besonders…

Fazit: Family Fun

Das Schiff ist toll für Familien, die Freude an den verschiedenen Sport- Spaß- und Spielangeboten haben. Wenn sie sich darüber hinaus unter internationalem Publikum wohlfühlen und wenigstens etwas english sprechen, ist dieser Megaliner genau richtig.